Alle Beiträge von Gerhard Knell

2. Mai: Lange Kunstnacht Bad Wimpfen

Die nächste Ausstellung steht an: Am Samstag, 2. Mai findet von 19:00 – 24:00 Uhr die „Lange Kunstnacht“ in der malerischen Altstadt meiner alten Heimat Bad Wimpfen statt. Ich werde in der „Galerie Schauraum“, dem Ausstellungsraum meines Bruders in der Mathildenbadstr. 18, eine „Russische“ oder auch „Petersburger“ Hängung realisieren, d.h. die Wände werden pickepacke voll sein mit meinen Bldern. Ich freue mich schon jetzt auf zahlreiche Besucher!
Hier gibt es den offiziellen Flyer

Retro-Romantik „Im Hain“

Im Hain, 2026, 150 x 90 cm, Acryl/LW

 

Das alte Wort „Hain“ steht für einen „gehegten und gefriedeten Wald“, ein Wäldchen oder eine Baumgruppe. In meinem Bild sieht es aus, als sei der Hain verwahrlost, vergessen und aufgegeben. Man kann das ehemalige Kulturland noch ahnen, aber die Wildnis ist dabei, es sich zurück zu erobern. Die morgendliche Nebelstimmung wirkt sehr intim und gibt dem Motiv etwas Geheimnisvolles.

Ich möchte dem Bild eines mit ähnlichem Sujet gegenüber stellen, das ich vor 18 Jahren gemalt habe: Unseren ehemaligen Obstgarten.

Gerhard Knell Landschaftsvisionen Landschaft Malerei Kunst Gemälde Acryl figürlich realistisch Großformatige Acrylmalerei Editionen Fine Art Prints grün blau Obstbäume Garten Wiese Sommer realistisch Blätter Baumstamm Schatten
In Maiers Garten, 2008, 160 x 110 cm, Acryl auf Leinen

Upcycling

Brooklyn Bridge, 2026, 118 x 90,5 cm, Digitaldruck/Acryl/Textilgewebe

Wer kennt sie nicht, die berühmte Brooklyn Bridge in New York? Eines DER  Wahrzeichen der Stadt, bekannt aus zig Filmen und hunderttausendfach fotografiert. Der ehemalige Besitzer dieses Leinwandposters war des Motivs überdrüssig und hat es zum Sperrmüll gegeben – wo es mir beim Vorbeiradeln ins Auge stach. Eine kostenlose Steilvorlage und Einladung zur Übermalung! Jetzt, wo es fertig ist, ist es wenigstens ein richtig ordentliches Bild, sprich Unikat vom Meister Knell.

Die Ähnlichkeit mit einer älteren Arbeit aus den 90ern lässt sich nicht bestreiten. Damals habe ich mit dem Tintenstrahldrucker auf Aquarellpapier gedruckt und dann übermalt. Andere Brücke, andere Technik, anderes Format, aber dieselbe Bildidee.

Computer-Aquarell Golden Gate Bridge, ca. DIN A4, 90er Jahre

Unter der Trauerweide …

Unter der Trauerweide, 80 x 100 cm, Acryl/LW, 2026

Mein neuestes Werk ist ziemlich melancholisch geraten. Weil ich selten einen vorher festgelegten Plan davon habe, was ich malen möchte, weiß ich nie was am Ende herauskommt. Aber das ist für mich ja der Hauptspaß an der Sache. Das fertige Bild bedeutet immer das Ende eines Entstehungsweges und/oder Gedankengangs. Vielleicht wirkt es kitschig auf den ein oder anderen, damit habe ich kein Problem. Wer sich die Zeit nimmt und die Malweise genauer studiert, wird doch positiv davon überrascht sein, was dieses recht kleine Bild an Leckerei zu bieten hat!

Zeit war’s

Beiläufig, 140 x 110 cm, Acryl/LW, 2026

Das hat jetzt lange gedauert! Das erste Bild seit fast einem halben Jahr. „Beiläufig“ ist erneut der Versuch, einen Eindruck von Natur zu vermitteln, ohne sie nachahmen zu wollen. Die Bildsprache ähnelt dem Actionpainting, ein Pinsel wird weitgehend vermieden, zufällige Farbspuren dominieren das Bild. Durch lasierenden Farbauftrag in mehreren Schichten entsteht eine leuchtende Farbigkeit. Die Lasurmalerei setzt eine Planung der einzelnen Farbschichten voraus, da der hellste Ton immer das Weiß der Grundierung ist und das Bild mit jedem weiteren Farbauftrag dunkler wird. Das steht im Gegensatz zum spontanen und lebendigen Duktus. Aber meine Bilder sollen leuchten und dabei aussehen, als wären sie wie beiläufig einfach geschehen.

Skizzen, Zeichnungen, Entwürfe, Spielereien

Skizzenbücher 20 und 21

Skizzenbuch Nr. 20     Skizzenbuch Nr. 21

Ich war nicht faul in letzter Zeit, nur konnte oder wollte ich kein großes Bild beginnen. Dafür habe ich umso mehr in meinen Skizzenbüchern gearbeitet. Ich mag es sehr, dem Spontanen, Zufälligen und Unvorhersehbaren dabei zuzusehen, wie eine Idee oder ein Bild entsteht. Bei dieser Methode ist naturgemäß mit allerhand Ausschuss zu rechnen. Aber: Es entstehen doch immer wieder echte Perlen der Zeichenkunst!

Die Skizzenbücher haben auch etwas von einem Tagebuch. Deshalb ist es mir wichtig, den prozesshaften Charakter zu bewahren. Ich löse keine einzelnen Blätter heraus, sondern die Bücher bleiben als Ganzes erhalten, eben um den Prozess anschaulich zu machen. Das hat leider zur Konsequenz, dass ich sie nicht ausstellen kann. Das Risiko einer Beschädigung oder eines Diebstahls ist zu groß und dafür hänge ich zu sehr daran. Denn sie sind vielleicht mein eigentlicher Schatz. Aber digital kann sie jeder gern betrachten, viel Vergnügen beim Anschauen!

Himmlischer Glanz

Nacht, Sternenhimmel, Reflexion, Spiegelung, Romantisch, Wasser, Bubbles
Nachtstück, 2024, 120 x 100 cm, Acryl auf LW

Ich freue mich sehr über eine Rezension zu meinem Bild „Nachtstück“ und möchte sie hier mit euch teilen: Himmlischer Glanz

Der Verfasser Patrick Scherrer betreibt seit langem die Website bildimpuls.de, auf der er regelmäßig Kunstwerke im Kontext zum Christlichen Glauben bespricht. Arbeiten von mir waren schon einige Male dabei. Mich hat sein Text sehr berührt, auch wenn ich vielleicht kein „Guter Christ“ bin.

Hier weitere Bildimpulse zu Arbeiten von mir:
Inneres Schauen
Mitleid
Jesus 2000

Drei Bäume in Tusche

Hier drei aktuelle Tuschzeichnungen von Bäumen, die ich für gelungen halte. Sie stammen aus dem Skizzenbuch und sind direkt hintereinander entstanden. Meine Methode, mit zufälligen Farbspuren zu arbeiten, kommt hier noch viel unmittelbarer zur Geltung als in den Gemälden. Sie sind mit Tusche auf Chamoispapier gemalt und im Format jeweils ca. 30 x 30 cm. Ein Blick in die Großansicht lohnt sich, versprochen!

Ein kleiner Trost

Hier sind zwei sehr schöne Zitate für jene KünstlerInnen, die unbekannt, erfolglos und entmutigt sind – also fast alle:

Unbekannt sein

Portrait Virginia Woolf

„Die Quintessenz seiner Worte war, dass der Ruhm behindere und einenge, indes die Unbekanntheit einen wie Nebel einhülle. Die barmherzige Fülle der Dunkelheit ergießt sich über den Unbekannten. Niemand weiß, wohin er geht, woher er kommt. Er mag die Wahrheit suchen und sie sagen; er allein ist frei; er allein ist ehrlich; er allein ist mit sich im Reinen.“

Aus Virginia Woolf: „Orlando“

Für einen Künstler ist die größte Freiheit im Schaffen die, nichts und niemand verpflichtet zu sein. Die Unbekanntheit ist der Weg dorthin.

Mut zum Weitermachen

„Ich habe die Malerei geliebt, seitdem ich im Alter von sechs Jahren mit ihr bekannt wurde. Ich malte einige Bilder, die mir ziemlich gut erschienen, als ich fünfzig war, aber in Wirklichkeit waren alle meine Sachen nichts wert, bevor ich die Siebzig erreicht hatte.

Mit dreiundsiebzig habe ich schließlich jede Seite der Natur erfassen können — Vögel, Fische, Säugetiere, Insekten, Bäume, Gräser, kurz, alles. Wenn ich achtzig bin, werde ich mich noch weiter entwickelt haben, und mit neunzig werde ich die Geheimnisse der Kunst wirklich meistern.

Wenn ich hundert Jahre alt werde, könnte man meine Kunst vielleicht als vollkommen bezeichnen, aber mein letztes Ziel werde ich erst mit hundertzehn erreichen, wo dann jede Linie und jeder Strich voll Leben sein werden.“

Katsushika-Hokusai: „Der kunsttolle alte Mann“

Farbholzschnitt von Katsushika-Hokusai

Ganz banal: Ein Tümpel

Kurz vor der Eröffnung meiner Ausstellung konnte ich dieses Bild noch fertigstellen.  Es ist nichts besonders dramatisches oder erhabenes darauf zu sehen, nur ein Tümpel – wie er im Prinzip überall vor sich hindümpeln könnte.
Dennoch wollte ich dem banalen Thema etwas mehr entlocken, und neben der Farbigkeit lag mir vor Allem daran, die Wasserfläche sowohl in ihrer oberflächlichen Reflexion zu zeigen, als auch eine gewisse Tiefe und Unergründlichkeit zu vermitteln.

Es ist ein recht frisches und saftiges Bild geworden, man sieht ihm zum Glück nicht die Arbeit an, die drin bzw. darunter steckt. Und das ist auch gut so!

Tümpel, 2025, 140 x 110 cm, Acryl/LW

Ausstellungseröffnung „Ansichts-Sachen“ im Kulturhaus Milbertshofen

Meine Ausstellung „Ansichts-Sachen“ wurde am 19. September im Kulturhaus München-Milbertshofen eröffnet. Zu sehen sind aktuelle Acrylgemälde sowie ausgewählte Blätter aus meinen Skizzenbüchern als Faksimile.

 

 

 

 

 

 

 

Pressetext: Mit„Ansichts-Sachen – Landschaftsmalerei von Gerhard Knell“ zeigt das Kulturhaus Milbertshofen Acrylgemälde und Zeichnungen des Malers. Knells Arbeiten sind technisch vielseitig und stecken voller Experimentierfreude. Seine Bandbreite reicht vom figürlichen Realismus bis zum Actionpainting. Dennoch bleibt die Landschaftsmalerei stets das Haupt- und Leitmotiv.
Motive findet Gerhard Knell entweder in der Natur oder sie sind Produkte des Entstehungsprozesses und seiner Phantasie. Öfter finden sich auch realistische Elemente in seinen Bildern. Sie sind im Gegensatz zu der sonst sehr freien Gestaltung akkurat und fast fotorealistisch wieder- gegeben. Das ergibt einen reizvollen Stilmix.

Ausstellung:    Ansichts-Sachen
Landschaftsmalerei von Gerhard Knell
Vernissage:    Freitag, 19.9. 19:00 Uhr
Ort:    Kulturhaus Milbertshofen,
Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München
Dauer:    19.9. – 29.10.25
Zeiten:    Di-Fr 12-20 Uhr sowie am Wochenende während öffentlicher Veranstaltungen

Eine Art Poster

Eine Art Poster, 2025, 115 x 75 cm, Digitalprint und Acryl auf LW
Eine Art Poster, 2025, 115 x 75 cm, Digitalprint und Acryl auf LW

Diesmal habe ich etwas anderes ausprobiert. Meine neueste Arbeit ist ein übermalter Leinwanddruck.

Jeder kennt diese Art Bilder aus Arztpraxen, Möbelhäusern, dem Baumarkt oder, im schlimmsten Fall, aus der Wohnung von Bekannten. Es ist Massenware, die dem Bedürfnis nach kostengünstiger Wanddekoration nachkommt. Mich hat dieser Zufallsfund dazu inspiriert, ihn durch Übermalung zu einem Unikat zu machen und ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Neue Ausstellung in Kürze!

Titel der Ausstellung: Ansichts-Sachen. Landschaftsmalerei von Gerhard Knell
Vernissage: Freitag, 19.9. 19:00 Uhr
Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1,
80809 München
Dauer: 19.9. – 29.10.25
Zeiten: Di-Fr 12-20 Uhr sowie am Wochenende während öffentlicher Veranstaltungen

Mit „Ansichts-Sachen – Landschaftsmalerei von Gerhard Knell“ zeigt das Kulturhaus Milbertshofen Acrylgemälde und Zeichnungen des Malers. Knells Arbeiten sind technisch vielseitig und stecken voller Experimentierfreude. Seine Bandbreite reicht vom figürlichen Realismus bis zum Actionpainting. Dennoch bleibt die Landschaftsmalerei stets das Haupt- und Leitmotiv.

Motive findet Gerhard Knell entweder in der Natur oder sie sind Produkte des Entstehungsprozesses und seiner Phantasie. Öfter finden sich auch realistische Elemente in seinen Bildern. Sie sind im Gegensatz zu der sonst sehr freien Gestaltung akkurat und fast fotorealistisch wiedergegeben. Das ergibt einen reizvollen Stilmix.

Unwetter

Unwetter, 181 x 116,5 cm, Acryl/LW, 2025

In diesem Bild habe ich erneut versucht, einen Natureindruck durch die Bildsprache des Actionpainting zu erzeugen. Den Pinsel habe ich fast gar nicht benutzt. Es ist groß, und dadurch ziemlich eindrucksvoll. So richtig erschließen tut es sich aber erst, wenn man ganz nah herangeht. Denn neben großzügigen Farbflächen gibt es feine und feinste Farbspuren, die den Blick immer tiefer ins Bild hineinziehen.

Bei der Arbeit an diesem, aber auch den vorigen beiden Bildern, habe ich festgestellt, dass die Empfindung für Farben und deren Zusammenspiel mir immer wichtiger wird. Da musste ich also 62 Jahre alt werden, um endlich an den Kern der Malerei zu kommen. Na ja, besser spät als nie.